warum ist das kein 100% paleo?

Einige Lebensmittel sind in der Grauzone, dass bedeutet sie sind nicht zu 100% paleo-konform. Hier möchten wir Euch gerne erklären warum:

  • Nachtschattengewächse: beinhalten sogenannte Glykoalkaloide und können Schäden an der Darmwand anrichten, sofern man dagegen intolerant ist (betrifft eine kleine Anzahl von Personen). Des Weiteren können die Symptome derjenigen verschlimmert werden, die chronische Gelenkbeschwerden haben oder an einer Autoimmunerkrankung leiden. Oft wird deshalb auf Kartoffeln verzichtet – hier befindet sich die Glykoalkaloide in der Schale. Da man diese jedoch entfernen kann bzw. durch die Kultivierung der Pflanze die Menge reduziert wurde, verliert das Argument an Kraft.
  • Milchprodukte (primal): hier ist es ähnlich wie beim Getreide. Sie werden erst seit relativ kurzer Zeit vom Menschen als Narhungsmittel genutzt (erst seit ca. 10.000 Jahren). In der Kuhmilch z. B. sind verschiedene Stoffe enthalten, für deren Verdauung der menschliche Organismus bis heute noch nicht optimal ausgelegt ist. Sie können für viele gesundheitliche Probleme die Ursache sein – oft sind es Probleme mit dem Magen oder ständige Müdigkeit und das können nur einige Symptome sein (Laktoseunverträglichkeit).
    Wenn Milchprodukte genutzt wird, ist die z. B. die Milch von Tieren aus der direkten Weidehaltung optimal und nicht die industriell bearbeitete Milch.
  • Alkohol: wirkt sich in großen Menge negativ auf die Leber aus. Für einige gehört aber mal ein schönes Glas Wein einfach zum (Sozial-)Leben dazu und dann finde ich das auch absolut in Ordnung – wenn dann eignet sich trockener Rotwein am besten.
  • Süßungsmittel: normalerweise wird in der paleo-Ernährung auf eine zusätzliche Süßung verzichtet. Jedoch sind wir alle nur Menschen mit gelegentlichen Schwächen, die auch einfach mal sein dürfen. Deshalb nun die möglichen Alternativen zu Zucker:
    • Honig enthält ähnliche Stoffe wie Zucker, ist aber darüber hinaus mit einigen Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien versehen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Des Weiteren wirkt sich Honig etwas weniger auf den Blutzuckerspiegel aus. Deshalb kann er auch hin und wieder in der paleo-Küche genutzt werden.
    • Ahornsirup beinhaltet größtenteils Wasser und Saccharose (besteht aus Glukose und Fruktose), aber auch Aminosäuren, organische Säuren und Phenole, die sich teilweise positiv auf den Körper auswirken. Ahornsirup ist natürlich und verhält sich ähnlich wie Honig, ist aber kein regionales Produkt.
    • Stevia wird aus einer Pflanze namens “Stevia rebaudiana” gewonnen (Süd- und Zentralamerika). Es eignet sich hervorragend zum Süßen von Desserts/Eis, zum Backen, da es kaum Kalorien hat. Bei zu hoher Dosierung kann es einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Stevia hat keine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel. Jedoch kann bei der industriell hergestellten Variante, noch keine genauen Fakten genannt werden. Deshalb sind die Blätter der Pflanze besser geeignet.
    • Tagatose ist ein natürlicher Zucker, der aus Laktose gewonnen wird.
 Durch verschiedene Prozesse erhält man einen weißen Kristallzucker mit 
einem natürlichen Zuckergeschmack.
 Die endgültigen Tagatose-Kristalle sind aber 100% laktosefrei. 
Tagatose befindet sich auch in bestimmten Obstsorten und Milchprodukten. Es hat praktisch kaum einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und hat keinen Nachgeschmack. Tagatose kann wie Stevia eingesetzt werden.
    • Xylit ist ein Zuckeralkohol der aus Birkenholz / Maiskolben besteht. Er ist zwar kalorienreduziert und hat einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, hat aber den Nachteil abführend zu wirken. Außerdem ist Mais nicht paleo-konform und kann gentechnisch manipuliert sein. Also besser andere Süßungsmittel nutzen.
    • Erythrit ist ebenfalls ein Zuckeralkohol basierend auf Pilzen oder einer chemisch Herstellung. Es gelangt allerdings unverändert in unseren Körper und wirkt abführend. Es hat jedoch einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Trotzdem sollte man besser auf ein anderes Süßungsmittel zurück greifen.

Meine Empfehlung: Honig – er ist natürlich, kann in der Region gekauft werden und es gibt zahlreiche Geschmacksrichtungen zu entdecken. Außerdem verwende ich ihn – sofern notwendig – neben Stevia am meisten.

    • Nachbauten wie Brot, Pizza, Nudeln, Gebäck, Kuchen etc. sind für die, die 100% paleo umsetzen raus. Da es diese früher nicht gab bzw. es darum geht, dass die Lebensmittel in ihrem Ursprungszustand genutzt werden und nicht zum nachbauen von verschiedenen Produkten, werden diese vermieden!

Schaut einfach selbst, wie es Euch über einen längeren Zeitraum (ca. 3-4 Wochen) ohne diese Produkte geht. Sollte es Euch besser gehen, meidet zukünftig diese Produkte! Ob Ihr Nachbauten oder Süßungsmittel einsetzt, müsst ihr für Euch selbst entscheiden, dann aber bewusst und überlegt.

Wir haben uns für die Nachtschattengewäsche, die Nachbauten sowie auch die natürlichen Süßungsmittel entschieden. Milchprodukte (bedeutet dann primal anstatt paleo) nutze allerdings nur ich, da mein Mann auf diese (negativ) reagiert. Das bedeutet also, dass wir paleo nicht zu 100% umsetzten.

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paleo honig

Fotograf: Unsplash

stevia

Fotograf: Robert Lynch (Flyingbikie)